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Aktivitäten der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Lahnau e.V. (HAGL)

Vortrag Kräuter der Geschichte

Kräuter der Geschichte

Zu einem abendlichen Vortrag über 2000 Jahre Kräutergeschichte hatte die HAGL am 05.10.2011 eingeladen. Die erfahrene Kräuterfrau Barbara Skarupke aus Hüttenberg-Rechtenbach schenkte den anwesenden interessierten jungen und alten Gästen zwei interessante Stunden.
Die Kräuter- und Heilkunde ist schon für die Zeit vor den Kelten im mittleren Lahngebiet nachgewiesen. Besonders sind dabei die nachstehenden Pflanzen zu nennen, welche ihre heilende und würzende Wirkung unseren Vorfahren schenkte; Die Brennnessel, die Scharfgarbe, das Johanniskraut, die Malve, der Löwenzahn und die Schlehe. Natürlich wurden noch weitere Kräuter und deren Wirkung von Frau Skarupke vorgestellt.
In einer kleinen Pause konnten ein steinzeitlicher Bauerntee sowie ein frischer Brennnesseltee probiert werden. Eine Besonderheit war ein von Carmen Schmitt und Annette Greier zubereiteter römisch angerichteter Brotaufstrich, welcher mit frischem Weisbrot in kürzester Zeit verkostet war.
Der Vortrag regte die Besucher zu interessanten Diskussionen und Gesprächen an. Manche Gäste notierten eifrig die Kräuterkunde in Stichworten um sie zuhause aus zu probieren. Mit einem kleinen aber tollen Verkaufsangebot an Literatur, aufgesetzten Likören oder Tinkturen von der Kräuterfrau wurde der Abend gemütlich abgeschlossen.
Der 1. Vorsitzende Ralf Stahl dankte Frau Skarupke und den Gästen für das Kommen und hofft, im nächsten Jahr eine ähnliche Veranstaltung wieder durchzuführen.

Teilnehmer am 28. Grenzgang

Bewegte Zeiten der Lahnauer Kirchen wurden bei dem 28. Grenzgang der HAGL erläutert.

Beginnend in Atzbach an der Obersten Pforte der alten Dorfeinfriedung wurden die Grenzgänger von Herrn Martin Moosberger zur ev. Kirche geführt. Erstmals wurde eine Kirche in Atzbach 1337 urkundlich erwähnt. Die alte Kirche wurde 1765 abgerissen. Zwischen 1765 und 1767 entstand der heutige Kirchenbau. Die Kirche ist von einer Mauer umgeben, die früher den alten Friedhof begrenzte. Der quergelagerte symetrische Saalbau besitzt an allen Seiten hohe Fenster, welche sich aus kleinen wabenförmigen Glasscheiben zusammensetzen.
1899 wurde der alte Kirchenturm wegen Baufälligkeit erneuert und in der heutigen Höhe wieder aufgebaut. Drei Bronzeglocken rufen die Gläubigen zum Gebet, wobei die älteste Glocke aus dem Jahre 1921 stammt. Im Inneren der Kirche ist das Inventar überwiegend aus der Erbauungszeit erhalten. Der hölzerne Altar ist mit einer schwarzen Marmorplatte bedeckt. Die angebrachte Kanzel ist mit einem hohen Schalldeckel überdacht, welcher mit goldenen Quasten dekoriert ist. Die alte Orgel aus dem Jahr 1637 wurde erst 1783 angeschafft. Sie wurde 1997/98 restauriert und auf den Stand von 1783 gebracht.
Nach der Kirchenbesichtigung führte der Weg am alten Backhaus vorbei zum leider nicht mehr sichtbaren neuen Adelshof. Direkt daneben steht das alte Amtshaus von 1756. Im Amtshaus war seit vielen Jahrzehnten die Grundschule von Atzbach. Diese musste aber aus Bausicherungsgründen geschlossen werden. Die Kinder werden nun jeden Tag mit einem Bus nach Wettenberg gefahren. Die HAGL wird sich dafür einsetzen, dass dieses alte historische Gebäude mit einer bewegten Geschichte – auch Goethe war hier – erhalten bleibt.
An der Lahn besichtigten wir den Storchenmast, in welchem ja ein Storchenpaar ansässig war, aber leider keine Aufzucht von Jungstörchen erreichen konnte. Mit einem freundlichen Entgegenkommen der Familie Amend konnte die Gruppe durch den Hof des Anwesens der Amends Mühle, welche schon mehrere Jahrhunderte besteht, in den Ursprüngen vermutlich die alte Klostermühle, zur Klosterkirche von Dorlar gehen.
Mit einer kleinen Erfrischung konnten die Teilnehmer in die über tausend jährige Kirchengeschichte von Dorlar einsteigen. Ralf Stahl, der Vorsitzender des Vereins, erläuterte das Werden des ursprünglich katholischen Klosters, welches mit der Reformation sich an den evangelischen Glauben als Mönchskloster orientierte. Es waren unruhige Zeiten mit Krieg, Armut, Missernten und so verkam das Kloster mehr und mehr. So bestand nach dem Jahr 1600 nur noch eine Pfarrei. 1794 wurde das Hauptgebäude des Klosters durch einen Blitzschlag zerstört und später wieder aufgebaut. Die alten Glocken von 1466 und 1633 wurden leider im 1. Weltkrieg eingeschmolzen.
Freundlich wird die Gruppe von Frau Mühl von der katholischen Kirchengemeinde empfangen. Bei der Besichtigung der 1955 erbauten Kirche mit dem Namen „Maria, Schmerzhafte Mutter“ wurde erklärt, dass besonders durch die nach dem Krieg zugezogenen neuen Bürger aus Ostdeutschland der Bedarf an einer katholischen Gemeinde und Kirche bestand. In der Kirche wird eine Replik des Gnadenbildes der Kellersbachkapelle aufbewahrt. Die Maria war auch Patronin des Klosters Dorlar und hat hier wieder ihre Daseinsberechtigung erfahren.
Zu guter Letzt konnten sich die Geschichtsfreunde in Waldgirmes, am Pavillion beim Schwimmbad mit Essen und Getränken stärken.

Die Besichtigung der Waldgirmeser Kirche findet am Tag des offenen Denkmals, den 11. 09.2011 nachmittags statt.

Teilnehmer am 27. Grenzgang

Geschichte ist nicht langweilig

Einen erfolgreichen Verlauf nahm der 27. Grenzgang der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Lahnau e.V. entlang der Kanonenbahn von der Lahn bis Kinzenbach. An der Lahnbrücke der Kanonenbahn zwischen Lahnau und Garbenheim begrüßte der 1. Vorsitzende Dieter Schmidt die ca. 25 Teilnehmer.
Erwin Schmidt erläuterte die Geschichte der Lahn und ging auf den Bau der teilweise für zwei Gleise ausgelegten Eisenbahnstrecke ein. Parallel konnten die vielen Radwander- und Bootstouristen bei herrlichstem Wetter beobachtet werden.
An der Kläranlage von Lahnau, ursprünglich nur für Dorlar und Atzbach gebaut, erläuterte Dieter Schmidt die Entwicklung der Anlage aus den 70er Jahren bis heute. Ralf Stahl, welcher den Grenzgang organisierte, erklärte am Eisenbahnviadukt Dorlar die Bauweise der Trasse und der Viadukte. An dem Dorlarer Einkaufszentrum wurde auf die damalige Altlast der Müllentsorgung hingewiesen und den Aufwand, mit welchem der heutige Zustand hergestellt werden musste.
Karl-Heinz Wille, 2. Vorsitzender des Vereins, gab geschichtliche Informationen über die damalige Firma Holzwerke Wilhelmi. Ergänzt wurde der Beitrag über den Dorlarer Bahnhof von Ralf Stahl, welcher auch die weiteren Beiträge zur Atzbacher Gesamtschule, dem Haltepunkt Atzbach der Kanonenbahn und den Störchen zu Atzbach den Teilnehmern erklärte.
Vor dem Bahnhof Kinzenbach wurden die Teilnehmer noch einmal auf die ca. 2300 Jahre alte Keltenschmiede hingewiesen, welcher oberhalb der Straße nach Kinzenbach von 10 Jahren ergraben wurde.
Im Kinzenbacher Bahnhof erfolgte ein Führung durch das Kinzenbacher Heimatmuseum durch Herrn Werner Rinn und dessen Mannschaft. Fachkundige Erklärungen wurden zur Kanonenbahn und den am Bahnhof angestellten Triebwagen gegeben.
Gemütlich fand die Veranstaltung ihren Ausklang mit einem gemütlichen Beisammensein mit Würstchen im Wartesaal 2. Klasse des ehemaligen Bahnhofs.

Beginn des Grenzganges 2008 am Hof Moritzburg bei Königsberg Erklärungen unter dem Regenschirm Ralf Stahl erläutert den Bergbau in der Region

25. Historische Grenzwanderung 2008

Am Samstag, dem 23. August fand der von der HAGL e.V. veranstaltete diesjährige Grenzgang statt. Es war der 25. Grenzgang und damit ein kleines Jubiläum.
Die Teilnehmer wurden mit einem Bus von Lahnau aus zum Ausgangspunkt der ca. zweistündigen Wanderung gebracht. Anschließend erfolgte ein lockerer Fußmarsch mit Unterbrechungen über ca. 4,5 km. Für gehbehinderte Personen stand für bestimmte Streckenteile eine Fahrgelegenheit zur Verfügung.
Die Strecke führte in diesem Jahr von der Moritzburg in Königsberg über den Bleidenberg zum Hofgut Bubenrod und von dort durch das Schwarzbachtal zum ehemaligen Standort der Streiteiche. Hier wurde eine zur besseren Orientierung der Wanderer dienende neue Wegetafel eingeweiht. Am Zielort standen Getränke und ein Imbiss zur Verfügung.
Autor: Peter Schepp

Erläuterungen zu den Hügelgräbern Die neue Wandertafel Beisammensein am Ende des Grenzganges, rechts Bürgermeister Eckhard Schultz Vorstandsmitglied der HAGL Erwin Schmidt Grenzwanderer, links David Rauber im Gespräch mit Dieter Schmidt Peter Schepp erklärt seinen Zuhöhrern die Geschichte des Grenzweges

24. Historische Grenzwanderung 2007

Am Samstag, 25.08., war es wieder mal soweit. Die nunmehr 24. Grenzwanderung der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Lahnau e.V. startete um 14.00 Uhr am Römerforum. Dr. David Rauber begrüßte die zahlreichen Teilnehmer, und Erwin Schmidt gab eine kurze Erklärung zur Entstehung und Lage des Römerforums ab.
Danach führte Peter Schepp, in der HAGL nunmehr zuständig für die Exkursionen, die Gruppe durch die Feldgemarkung zur Trasse der “Alten Marburger Straße”, die westlich und nördlich an Waldgirmes vorbei verläuft. Auf dieser historischen Heer- und Handelsstraße soll bereits die heilige Elisabeth bei Ihrem Weg von Marburg zum Kloster Altenberg geschritten sein.
Es folgen Erklärungen zur Geschichte der “Haustädter Mühle” und der vergangenen Dörfer “Husstetten” (14.Jhd.) und ”Obergirmes” (12.Jhd.) sowie den Eisenerzbergbau in den Gruben Rothläufchen und Falkenstein zwischen der Mitte des 19. Jhd. und ca. 1920.
über die Flurgemarkung “Auf dem Meer” ging es vorbei an der Schwalbenmühle über den alten Königsberger Weg, vorbei am “Anspann” und der “Höll” zum Zollstock, wo auch heute noch der historische Grenzverlauf zwischen dem Großherzogtum Hessen und dem Königreich Preußen zu finden ist.
An der großen Wegekreuzung “Zollstock-Auf dem Buchrain” wurde dann im Beisein des Ersten Beigeordneten der Gemeinde Lahnau, Norbert Schmidt, eine aus Mitteln der HAGL finanzierter Wegweiser seiner Bestimmung übergeben.
Autor: Peter Schepp

Die Wandergruppe auf dem Weg Richtung Schwalbenmühle Die Wandergruppe auf dem Weg Richtung Schwalbenmühle Links neben dem neuen Wegweiser Dr. David Rauber 
und Berthold Burzel, rechts neben dem Schild Norbert Schmidt und Erwin Schmidt

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