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Aktuelle Informationen der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Lahnau e.V.

Jahresmitgliederversammlung 2012 der HAGL

Lahnau (ag) Zu Neubesetzungen verschiedener Vorstandspositionen kam es am Samstag dem 11.02.2012 auf der jährlichen Mitgliederversammlung der Heimatkundlichen Arbeits-
gemeinschaft Lahnau (HAGL) im Heimatmuseum der Gemeinde. Die Wahlleitung oblag dem ersten Vorsitzenden Ralf Stahl.
Dessen Stellvertreter, Karl-Heinz Wille, schied aus seiner Position als zweiter Vorsitzender aus und wechselte auf den Posten des zweiten Kassierers, den er von der ausgeschiedenen Marga Schmidt übernahm. Neue zweite Vorsitzende wurde Annette Greier, die außerdem zukünftig die Sparte „Museum“ leiten wird, die seit dem Ausscheiden des langjährigen Museumsleiters Erwin Schmidt „verwaist“ gewesen war. Schmidt wurde noch einmal für seine langjährige Tätigkeit geehrt.
Die durch Annette Greiers Wechsel auf den zweiten Vorsitz frei gewordene Position des ersten Schriftführers konnte hingegen nicht neu besetzt werden. Die Stelle bleibt bis zur nächsten Mitgliederversammlung vakant. Die Aufgaben des Amts werden kommissarisch durch die zweite Schriftführerin Carmen Schmitt wahrgenommen. Nachdem der im vergangenen Jahr ins Amt des Kassierers gewählte Martin Moosberger von diesem Posten noch vor Jahresende zurückgetreten war, hatte der geschäftsführende Vorstand die Kassengeschäfte geführt. Diese Aufgabe übernahm nun das neue Vereinsmitglied Klaus Wenzel.
Die Spartenleiter wurden in ihren Ämtern bestätigt: Martin Moosberger (Archiv 2 der Gemeinde und Familiengeschichte), Margret Janz (Basteln), Ralf Stahl (Bergbau, Exkursionen, Natur- und Kulturdenkmäler), Hartmut Krämer (Foto/ Film), Erwin Schmidt (Heimatgeschichte) und Helga Sworowski (Zeitungsauswertungen). Einen Wechsel gab es in der Leitung der Volksliedgruppe: Nach vielen Jahren an der Spitze verabschiedete sich Irmgard Jung von dieser Position. Ihr Nachfolgerin kam aus den eigenen Reihen: Helga Hofmann wird sich zukünftig um die Pflege des heimischen Liedguts kümmern. Auch die bereits seit längerem unbesetzte Sparte der Mundart hat nun wieder eine neue Leiterin. Elise Schmitt bewies zu ihrem Einstand mit einem kleinen, humorvollen Mundartgedicht, dass sie genau die richtige Frau für diese Aufgabe ist.
Unbesetzt blieben hingegen die Sparten Zeitgeschichte und, mit dem Ausscheiden des langjährigen Leiters Hermann Bloh, Schule. Mit dem durch Ralf Stahl vorgestellten Geschäftsbericht über die Tätigkeiten und die Finanzen des Vereins lies man das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren. Dies war vor allem geprägt durch das 40-jährige Jubiläum, das im September gefeiert worden war, aber auch durch vielfältige andere Aktivitäten sowie der wieder aufgenommenen Zusammenarbeit mit dem Förderverein römisches Forum Waldgirmes. Der auf der vergangenen Mitgliederversammlung angeregte Zusammenschluss beider Vereine sei im Moment nicht vorgesehen, so Stahl, stattdessen sei es der momentane Status, eine gute Zusammenarbeit anzustreben. Das Thema bleibt jedoch aktuell, vor allem mit Hinblick auf die weitere Nutzung der Remise des Museums, die von der Gemeinde einst zur Präsentation der Funde am Forum ausgebaut worden war. Inzwischen finden sich dort jedoch kaum noch Exponate, stattdessen stehen Fotos als Platzhalter in den Vitrinen. Aufgabe des Vorstands wird es nun sein, sich über die weitere Nutzung der Remise Gedanken zu machen. Dabei müsse, so Stahl, die politische Entwicklung in der Gemeinde beobachtet werden, vor allem bezüglich des Baus eines Gebäudes am Forum selbst. Stahl rief alle jene Vereinsmitglieder der HAGL, die gleichzeitig auch Mitglieder beim Förderverein sind, auf, die dortige Mitgliederversammlung im März zu besuchen, um die Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.
Wichtig bleibt auch die Zusammenarbeit und die Kommunikation mit der Gemeinde Lahnau. Dem Vorstand der HAGL gab die Mitgliederversammlung den Auftrag, mit der Gemeinde in Bezug auf die Nutzung des in den Räumen der Gemeinde untergebrachten Archivs eine Regelung zu finden, mit der ein Zugang zu dem Archiv zu Forschungszwecken gewährleistet ist. Außerdem wird noch einmal versucht, bei der Gemeinde Mittel zu beantragen, die zur Finanzierung einer professionellen Museumsleitung eingesetzt werden können.

Carmen Schmitt beim Blaudruck Carmen Schmitt beim Blaudruck

Lahnau-Waldgirmes (ag) Gut besucht war der erste Öffnungstag des Heimatmuseums Lahnau-Waldgirmes am Sonntag. Zahlreiche Menschen interessierten sich für die von Carmen Schmitt vorgeführte und erläuterte alte Textilverarbeitungstechnik des Blaudrucks.
Auf mehreren Tafeln konnte man sich über die Hintergründe und die lange Tradition des Blaudrucks informieren, der früher in der Region verbreitet war und der bis heute auch zum Kulturerbe der Sorben und des Burgenlands gehören. Älteste Stoffunde reichen bis ins 6.Jahrhundert zurück.
Carmen Schmitt zeigte den Druck auch in der Praxis. Dabei trug sie mit Schwämmchen die Farbe auf die speziell gefertigten Holzmodel auf, deren Herstellung in sich schon aufwändig ist, weil sie nur in Handarbeit herzustellen sind. Denn nur die Holzoberfläche ist für die Stempel geeignet, weil sie für einen sauberen Farbauftrag sorgt. Auf Geschirrtücher und Deckchen setzte Schmitt dann unter dem aufmerksamen Blick der Besucher verschiedene Muster, mal einfarbige Ornamente, mal mehrfarbige Blumen. Die so gezeigte Technik nennt sich Direktdruck.
Carmen Schmitt erläuterte aber auch den sogenannten Reservedruck, bei dem mit den Modeln auf dem Stoff ein Papp aufgetragen wird, der unter anderem aus Gummi Arabicum besteht. Nachdem diese Masse getrocknet ist, wird der Stoff als Ganzes gefärbt. Dafür wurde in der Region früher zunächst die einheimische Pflanze Färberwaid verwendet, später wurde sie von Indigo abgelöst. Beim Färben bleiben die mit dem Papp behandelten Stellen weiß, so dass sich das aufgedruckte Muster als Negativ abzeichnet. Anschließend wird der Papp mit verdünnter Schwefelsäure entfernt. Blaudruck galt lange als die Kunst der armen Leute, mit der sie ihre Kleidung aus einfachem Leinen verschönerten, weil sie sich die aufwändigen Stickereine der reichen Leute nicht leisten konnten. Im 19.Jahrhundert wurde der Blaudruck jedoch durch die einfachere und billigere Walzendrucktechnik der Industrialisierung zurückgedrängt, viele Werkstätten mussten schließen.
Heute gibt nur noch wenige Betriebe, die den Blaudruck praktizieren oder die aufwändigen Holzmodel herstellen und so das alte Handwerk „am Leben“ halten.

Bilder vom Internationalen Museumstag am 15. Mai 2011

Besucher bei der Filmvorführung Besucher bei Kaffee und Kuchen in der Remise Besucher bei der Filmvorführung

Am 27. und 28. November 2010 fand in Waldgirmes der traditionelle Christnickelsmarkt statt.

Besuch von Rabbi Andrew Steimann am 06.06.2010 auf dem jüdischen Friedhof von Waldgirmes.

Erwin Schmidt, Dieter Schmidt, Rabbi  Andrew Steimann und Pfarrer Frieder Ackermann auf dem jüdischen Friedhof von Waldgirmes

von links: Erwin Schmidt, Dieter Schmidt, Rabbi Andrew Steimann und Pfarrer Frieder Ackermann auf dem jüdischen Friedhof von Waldgirmes

Den Besuch des Rabbiners Andrew Steimann mit Ehefrau betrachten wir als Ehre und Anerkennung unserer bisherigen Arbeit in der Erforschung der Geschichte unserer ehemaligen jüdischen Mitbürger.

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