Der Bergbau in der Gemarkung Waldgirmes, Ortsteil von Lahnau, begleitete ca. 80 Jahre lang das Dorfgeschehen bis zum Jahre 1924. Von kleinen oberflächigen Schürfgruben, kurzen Handschächten bis hin zu der großen Grubenanlage der Grube Morgenstern waren alle Bergbauformen in der Gemarkung vorhanden.
Der historische Bergbau der Gemeinde Waldgirmes
Die Heimatkundliche AG legte im Jahr 2001 den „Wanderführer durch den historischen Bergbau der Gemarkung Waldgirmes“ auf, welcher von Ralf Stahl zusammen gestellt wurde (siehe Literaturseite).
In dem Wanderführer sind die 25 in der Gemarkung Waldgirmes verliehenen Grubenfelder beschrieben und in einer Gemarkungskarte im Format DIN A3 aufgezeichnet. Die Karte wurde durch unser Mitglied Lars Lepper erstellt.
Die Grubenfelder sind:
| 1. Bannhardt | 8. Glücksstern | 14. Lepper | 20. Rotheerde |
| 2. Bleibtreu | 9. Hainau | 15. Louisenglück | 21. Rothläufchen **) |
| 3. Caroline III | 10. Hehrwäldchen | 16. Morgenstern | 22. Scheppmäulchen |
| 4. Dichthall | 11. Julie | 17. Pfingstweide | 23. Sicilia |
| 5. Elisabeth | 12. Justitia | 18. Pracht | 24. Weihnachtsfreude |
| 6. Falkenstein | 13. Königskrätz | 19. Pyrolusit | 25. Wormshardt |
| 7. Falkenstein cons. |
**) Das Besondere der Grube Rothläufchen
Eine Besonderheit unter den Waldgirmeser Grubenfeldern ist die Grube Rothläufchen, ursprünglich eine Phoshatgrube, später Brauneisenstein. Dr. Roland Dietrich, ein Mineraloge aus Wiesbaden, hat sich mit der Grube 1982 ausführlich beschäftigt. Neben den „Emser Heften“ hat er in unserem Jahrbuch Nr. 6 (leider vergriffen – aber einsehbar) seine 42-seitige Ausarbeitung mit vielen Fotos veröffentlicht. In den Vorbemerkungen schreibt er:
„Die Grube Rothläufchen ist, besonders in den letzten Jahrzehnten, durch umfangreiche Haldenfunde seltener Phosphatmineralien berühmt geworden. Abgesehen davon, dass die farblich und in ihrer Formenfülle ästhetisch außerordentlich ansprechenden Mineralbildungen der Grube Rothläufchen beim Liebhaber auf großes Interesse stoßen, haben die Funde von Waldgirmes auch der Wissenschaft eine Reihe von neuen Erkenntnissen geliefert. Hier konnten äußerst seltene Mineralien (Matulit, Kidwellit) erstmals in Deutschland bzw. Europa oder als Zweitfund (Laubmannit, Coeruleolaktit) nachgewiesen werden. Und schließlich wurden erstmals an Dufrenit Zwillinge beobachtet und zwar nach zwei verschiedenen Zwillingsgesetzen. Zudem fanden sich in dieser Phosphatparagnese mehrere sehinteressante Verwachsungen von Eisenphosphaten (Epitxien).“
Aufgrund der damaligen Raubgräbereien nach diesen Mineralien wurde durch die Gemeinde / Forstbehörde ein Sammel- und Grabungsverbot erlassen.
Schon mehrmals wurde eine historische Bergbauwanderung durch den Verein durchgeführt, welche in den nächsten Jahren wieder einmal stattfinden wird.
Bergmann Georg Lepper (Aufnahme 1982) in der Paradeuniform der Grube Morgenstern
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