Schon von weitem sichtbar, überragt der Dünsberg mit rund 500m ganz Mittelhessen und das Lahntal. Seine
natürlichen Gegebenheiten machten ihn schon in der Vor- und Frühgeschichte zu einem besiedelten
und befestigten Ort. Bereits in keltischer Zeit war die Verhüttung von Eisenerz schon seit Jahrhunderten bekannt.
Dieser wichtige Rohstoff findet sich am Dünsberg und in südwestlicher Richtung in einigen Erzlagerstätten.
Die Verarbeitung von Eisenerz ließ eine große keltische Stadt entstehen: das Oppidum auf dem Dünsberg. In
der Zeit von etwa 150 bis 25 v. Chr. beherrschten die Kelten weite Teile Mitteleuropas und regierten von solchen
Städten aus. Sie dienten als politische, wirtschafliche und vermutlich auch religiöse Zentren, sowie häufig
auch als Münzprägestätten.
Die Anlage hat eine Fläche von ca. 90ha und wird von drei konzentrischen Wällen umfasst. Am äußeren
Wall kommen mehrere sogenannte Strahlenwälle hinzu. Die Mauern aus steiniger Erde wurden von Frontpfosten und
Zugankern stabilisiert. Dem weiteren Schutz diente ein Spitzgraben vor den mächtigen Wällen.
Trotz der teilweise steilen Hänge war der Dünsberg dicht besiedelt. Die Kelten terassierten die Hänge und errichteten
darauf ihre Häuser. Die meisten Gebäude sind Pfostenbauten mit Flechtwerk-Auskleidung, doch sind auch Häuser bekannt, die
in die Erde eingetieft waren.
An mehreren Stellen des Berges befinden sich große hölzerne Quellfassungen. Am bekanntesten sind der Grinchesweiher und der
Schulborn. Durch dendrochronologische Untersuchungen der Bauhölzer konnte festgestellt werden, dass der Schulborn über
mehrere Jahrhunderte hinweg genutzt wurde, spätestens seit dem 4/3. Jahrhundert v.Chr. Brunnen konnten am Dünsberg nicht
nachgewiesen werden.
Im Südteil außerhalb der Befestigungen machte man vom Beginn der Grabung an Waffenfunde. Millimeterkleine Ringe von
Kettenhemden, mit Email verzierte Pferdegeschirre und Zierstücke zeugen von der hervoragenden Schmiede- und Handwerkskunst
der Kelten.
Am Rande eines kleinen Hügels, unmittelbar vor Tor 4 der Anlage, fand sich ein Depot mit rituell zerstörten Waffen, sowie
vier Goldmünzen. Eine Sensation. Die Spur eines mächtigen Pfostens und zahlreiche Pferdegeschirre könnten auf einen
Kultplatz an dieser Stelle hinweisen.
Von einer römischen Präsenz zeugen auch römische Waffen: Schleudergeschosse, Katapultspitzen, Schuhnägel, die Spitze eines
Legionärshelm. Möglicherweise stammen die römischen Funde von einem Angriff auf das keltische Oppidum, zu einer Zeit als
die Römer im Begriff standen eine zivile Siedlung bei Waldgirmes zu gründen. Als dann die römische Stadt um 5 v. Chr.
errichtet wurde, war der Dünsberg längst verlassen.
Quelle: Der Dünsberg bei Biebertal, Kreis Gießen, Dr. Claudia Nickel, 2006
Herausgeber: Archäologie im Gleiberger Land e.V.
Römische Funde am Dünsberg.
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