Römisches Forum Waldgirmes e.V.
© Förderverein Römisches Forum

Römer, Germanen und Kelten auf dem Römertag 2014 in Waldgirmes

Wenn 2.000 Menschen auf kämpfende Gladiatoren und exerzierende Legionäre treffen, dann ist es wieder soweit: Es ist Römertag im Römischen Forum Waldgirmes. Während noch der Nebel über dem Legionärslager liegt, bauen fleißige Helfer bereits Tische und Bänke auf, bestücken Bücherstände, bereiten Kinderspiele vor, und weisen die anreisenden Aussteller ein. Die für die Region wichtigsten Vertreter der antiken Völker sind angereist, um keltisches, römisches und germanisches Wissen gemeinsam zu präsentieren und demonstrieren. Die eingetroffenen Gladiatoren Ludus Gorgonis präparieren sich mit gepolsterten Armbinden und Schienbeinschienen. Später werden sie viele begeisterte Zuschauer in die Kampfkunst der Gladiatoren einweisen. Ein paar Meter weiter bauen die Helfer eines römischen Heilers einen Stand auf. „Antike Heilkunst“ ziert ein Banner dasVordach des Zeltes. Auf dem Tisch befinden sich merkwürdige Operationsbestecke, Salben, Kräuter und vieles mehr. „Soll ich Ihnen einen grauen Start stechen? Blasensteine entfernen, oder doch lieber die Schädeldecke öffnen?“ offeriert der „Medicus“ seine Künste den interessierten Zuschauern. „Auch Amputationen sind möglich“, bietet er weiter an. Doch keiner traut sich - mancher bedient sich lieber an einem Töpfchen duftender Salbe. Nebenan bereiten die Legionäre ihre Feldlager vor. Feuer wird gemacht, die Ausrüstung bereit gestellt und der Weizen für den mittäglichen Getreidebrei (Puls) auf den Mahlsteinen gemahlen. Hier ist man unter Freunden, denn die Gruppen der IIII Cohorte Vindelicorum aus Großkrotzenburg, der Legio XIIII aus dem Saarland und der LEGIO I GERMANICA AUGUSTA aus Waldgirmes kennen sich bereits von anderen gemeinsamen Veranstaltungen. Als Besuchermagnet entpuppt sich das Skorpio, ein Pfeilgeschütz, welches die Legionäre den Zuschauern demonstrieren und Fragen fachkundig beantworten. In geringen Abstand zu den römischen Legionären ermöglichen die Germanengruppen aus Halle und Marburg den Interessierten Einblick in die germanische Kultur. Denn belegt ist, dass Römer und Germanen im Römischen Forum einst friedlichen Handel betrieben. Und um die Verbindung zu den Kelten aufzuzeigen, berichtet ein keltischer Druide vom gegenseitigen Einfluss der antiken Kulturen aufeinander und erzählt Wissenswertes zum keltischen Leben in seinen Kurzvorträgen. Gewandete Römerinnen zeigen handwerkliche Künste zum Spinnen, Weben und Brettchenweben.Hier und da sieht man Kinder stolz mit römischen Abzeichen (Fala-re), Feldzeichen (Standarte) und Kurzschwertern aus Pappe umherlaufen. Mädchen tragen ihre goldenen selbstgebastelten Armreifen zur Schau oder probieren mit Mama eine Tunika an, während Papa die Toga angelegt wird. Alles für ein schönes Erinnerungsfoto auf der römischen Sänfte. Auch die Verköstigung vom Team der Haustädter Mühle ist für die Besucher ein Genuss. Bis auf die letzte Wildschweinbratwurst, den letzten Löffel Schafskäsepaste und dem römischen Eintopf ist am späten Nachmittag alles leergegessen. Der erlebnisreiche, bunte und vielfältige Römertag war für die ehrenamtlich Aktiven des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes e. V. ein voller Erfolg, und für die Besucher ein schöner Anlass, die Antike in Waldgirmes lebendig zu erleben.

Römertag 2013 begeistert weit über 1.000 Besucher

Ein prüfender Blick in den Himmel. „Wir können aufbauen“, nickt der Geschäftsführer Peter Schepp den Helfern zu, während die letzten Regentropfen zu seinen Füßen im Boden versickern. Gemeinsam werden letzte Handgriffe getätigt, bevor historisch Interessierte und Neugierige das Römische Forum belagern können. Die Legionäre haben ihr Lager bereits einen Tag zuvor aufgeschlagen. „Von der Vindelicer-Cohorte haben wir gestern Abend einiges gelernt“, gähnt der Optio Cethegus – im richtigen Leben Daniel – noch etwas verschlafen. Gemeinsam übernachteten die Legionärsgruppen bei Regen und wärmenden Würzwein auf dem Gelände in ihren Zelten, die den Original- Mannschaftszelten von vor 2.000 Jahren nachempfunden sind. Für die Legio I GERMANICA war es die erste Nacht im Zelt. Die Gruppe hat sich vor drei Jahren zusammengefunden, das Mannschaftszelt ergänzt das Inventar jedoch erst seit ein paar Wochen. Mittlerweile hat die Veranstaltung begonnen, es ist trocken. Noch betreten die Besucher nur vereinzelt das ehemalige Ausgrabungsgelände, auf dem 2009 der prachtvoll verzierte Pferdekopf in einem 11m tiefen Brunnen gefunden wurde. Von den Ausgrabungen ist jetzt nichts mehr zu sehen. Wohl aber die aufgebauten Zelte und Marktstände mit den einzelnen Aktionen zum Römertag. Mit Herzblut engagieren sich die ehrenamtlichen des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes und bieten den Besuchern, die jetzt immer zahlreicher auf das Gelände strömen, einen abwechslungsreichen Ausflug in die römische Geschichte von Waldgirmes. Vor den Zelten sieht man Kinder mit römischen Abzeichen (Falare), Feldzeichen (Standarte) und Kurzschwertern aus Pappe stolz umherlaufen. Einige begleiteten die Legionäre, während diese auf dem Gelände exerzieren. Mädchen tragen ihre goldenen selbstgebastelten Armreifen zur Schau oder probieren mit Mama eine Tunika an. „Das ist sehr bequem“ bestätigen die Trägerinnen und posieren für ein Erinnerungsfoto. Aber auch der ein oder andere männliche Besucher lässt sich davon überzeugen, einmal in die Kleidung des Senators zu schlüpfen. Daneben demonstriert die gewandete Römerin Carmen alias Drusilla ihre antike Handarbeiten Einhandspinnen und Nadelbinden. Interessierte meist weiblichen Geschlechts beobachten jede Handbewegung und stellen Fragen. Auf der gegenüberliegenden Seite im Zelt ist es derweil mucksmäuschenstill. Kinder scharen sich um Hildegard während sie eine selbst geschriebene Geschichte vorliest. Zur gleichen Zeit versammeln sich auf dem Aussichtshügel zahlreiche Besucher und lauschen der Archäologiestudentin Tamara bei ihren Erklärungen rund um die Funde und Ausgrabungsergebnisse. Darin ist sie geübt, denn sie führt die Besucher bei den öffentlichen Führungen seit zwei Jahren. Heute führt sie die Teilnehmer in das große Zelt zu den dort ausgestellten Informationstafeln. Sie erzählt, dass die Römer in Waldgirmes sesshaft werden wollten und zu dieser Zeit die Kelten vom Dünsberg nur noch vereinzelt vorzufinden waren. Sie deutet auf das Zelt des Vereins Archäologie im Gleiberger Land. „Dort sehen Sie Funde, Nachbildungen und bekommen alle Informationen zu den Kelten am Dünsberg“, erklärt sie, bevor sie sich wieder auf die römische Geschichte von Waldgirmes konzentriert. Plötzlich ertönt von weither ein Hornsignal. Es ist wieder soweit, die Legionäre der Legio I GERMANICA und der Cohors IIII. Vindelicorum ordnen sich paarweise hintereinander und warten auf Befehle ihres Centurio. Die Rüstung ist schwer, doch Fortuna sei Dank ist es trocken. „Das richtige Wetter für unsere Kettenhemden“ betont ein Legionär erleichtet. In filigraner Handarbeit fertigten sie die Kettenhemden selbst. Bei Regen droht Rost, doch davon bleiben die Legionäre heute verschont. Schwer bepackt mit Schild und Speer (Pilum) marschieren sie über das Gelände. Hinter ihnen eine Menschenmenge, die magnetisch mitgezogen wird. Laut ertönen die Befehle zum Gleichschritt auf Italienisch: „Uno, Due, Tre, Quattro,...“. Die Legionäre folgen, die Menschenmenge ebenfalls. Alle auf dem Weg zurück in das Lager. Dort stellen sich die Legionäre den Fragen der Interessierten. Die ausgerüsteten Männer verstehen es auf die Besucher, egal ob klein oder groß, einzugehen und die zahlreichen Fragen geduldig und mit fundiertem Fachwissen zu beantworten. Genau das kommt sehr gut an bei den Besuchern. Und nicht nur das, auch die Verköstigung vom Team der Haustädter Mühle ist für die Besucher ein Genuss. Bis auf die letzte Wildschweinbratwurst und den letzten Löffel Schafskäsepaste ist alles leergegessen. Trotzdem ziehen kurz vor Ende der Veranstaltung dunkle Wolken auf. „Wir haben heute wirklich Glück gehabt“, freuen sich die Helfer, als sie die letzten Tische und Bänke nach der Veranstaltung im einsetzenden Regen aufstapeln. Weit über tausend Besucher haben den Weg nach Waldgirmes gefunden. Zum erlebnisreichen, bunten, vielfältigen Römertag, der sicher im nächsten Jahr wiederholt wird.

2012 Hunderte Besucher erlebten Einblick in die Antike

Die Legionäre standen bereit. In voller Rüstung, mit Schild und Pilum, den römischen Wurfspeeren, postierten sie sich hinter zwei Spitzgräben jenseits des Forumgebäudes. Oben auf den Hügeln reihten sich säuberlich eingeschlagen die Schanzpfähle der Legio I GERMANICA. Vor dem eingerichteten Lager versammelten sich immer wieder interessierte Besucher, die ihren Weg am Tag des offenen Denkmals in das Römische Forum Waldgirmes gefunden hatten. Zahlreiche Fragen wurden gestellt und von den Legionären geduldig beantwortet. Die Fragen betrafen nicht nur das römische Militär, sondern auch die einzigartige römische Geschichte von Waldgirmes, die vor mehr als 2.000 Jahren begann. Dass die Siedlung bereits 3-4 vor Christus erbaut wurde, ergaben archäologische Holz-Funde aus einer Brunnengrabung. Diese waren dank des Grundwassers so gut konserviert, dass Dr. Thorsten Westphal vom Dendrochronologischen Labor in Frankfurt das Alter der Hölzer exakt bestimmen konnte. „Es bedarf für die erfolgreiche Datierung mindestens 50 Jahresringe“, so Dr. Westphal, der mit interessanten Vorträgen zu seiner Arbeit die Besucher fesselte. Dazu präsentierte er einige mitgebrachte Holz- Proben und mikroskopische Analysen, mit denen er seine Ausführungen anschaulich erläuterte. „Sogar verkohltes Holz kann analysiert werden“, so Westphal weiter. „Die Jahresringe bleiben erhalten, auch wenn das Holz geschrumpft ist. Wichtig ist, dass das Holz bei der Bergung an einem Stück erhalten bleibt.“ An einem Stück und rekonstruiert bestaunten die Besucher eine römische Sänfte. Diese war bereits beim Hessentagsumzug in Wetzlar im Einsatz und diente den Besuchern als beliebtes Fotoobjekt. Ebenfalls beeindruckend war ein ausgestelltes, großes Holzfass. Diese dienten den Römern als Brunnenstube zur Gewinnung von Trinkwasser. Und in solch einem Fass wurde im Jahr 2009 der bronzene Pferdekopf in 11 Meter Tiefe gefunden. Das diesjährige Thema „Holz“ durchzog die gesamte Veranstaltung im Römischen Forum Waldgirmes, zu der an diesem Tag 600 Besucher kamen, darunter viele Kinder. Der Förderverein Römisches Forum Waldgirmes hatte sich speziell für die Jüngsten einiges ausgedacht. Sie erfuhren, wie ein römisches Fachwerk entsteht und durften selbst die warme Lehm-Stroh-Mischung anbringen. Das Team der RöMinis bastelte mit den Kindern Schilde, Ehrenabzeichen, Feldzeichen und Mosaike. Dank den Ehrenamtlichen des Fördervereins, den Legionären, des Teams der Haustädter Mühle und den befreundeten Vereinen war der Tag des offenen Denkmals in Waldgirmes eine schöne Gelegenheit für die ganze Familie, in die römische Antike einzutauchen und Geschichte zum Anfassen zu erleben.

2011 Lastprahm, Matrona und Legionäre – Römer begeistern in Waldgirmes

Zum Tag des offenen Denkmals 2011 hatte der Förderverein Römisches Forum Waldgirmes auf das Ausgrabungsgelände eingeladen. Bei zunächst schönem Wetter informierten sich die Besucher über das römische Leben in augusteischer Zeit. Zum ersten Mal präsentierte sich die „Legio I GERMANICA“ der Öffentlichkeit, ihre Ausstellung wurde von den Gästen rege besucht. Die Legio befindet sich derzeit noch im Aufbau, doch es ist erstaunlich, was acht Männer in einem halben Jahr auf die Beine gestellt haben. Vom Wurfspeer bis zum Helm des Centurio, vom Schild bis zur Tunika; alles wurde gezeigt, demonstriert und erklärt. Die Besucher durften selbst erleben, wie schwer ein Kettenhemd war und wie ein Schild entsteht. Römische Spiele aus Holz stießen gerade bei Kindern auf reges Interesse. Für viele Fotos der Besucher mussten die Legionäre Modell stehen, denn die Ausrüstung war eindrucksvoll und erinnerte an die Römertage von 2009. Dass im Rahmen des Tags des offenen Denkmals in Waldgirmes die wahrscheinlich größte Veranstaltung der Region geboten wurde, ist dem ehrenamtlichen Team des Fördervereins zu verdanken. Darüber hinaus begeistert das Thema „Römer in Waldgirmes“ immer mehr Personen, aus der weiteren Region waren viele Besucher angereist. Ein Bastel- und Spielprogramm für Kinder bot das Team der RöMinis, der Kindergruppe des Fördervereins. Große Bewunderung erfuhr in diesem Zusammenhang die Puppen-Ausstellung mit selbst genähter römischer Kleidung. Das Thema Kelten wurde durch den Verein „Archäologie im Gleiberger Land“ anhand von Repliken und einer kleinen Ausstellung gezeigt. Besonders beeindruckt hat die Gäste der Nachbau der Aegina. Das 6m lange Lastschiff wurde in Darmstadt gebaut und für die Ausstellung extra nach Waldgirmes gebracht. Stadtrömische und gallorömische Trachten der frühkaiserlichen Zeit standen im Mittelpunkt von zwei Modenschauen und präsentierten das zivile Leben in der römischen Siedlung, Damen- und Kinderausstattungen sowie zwei Herrenausstattungen, begeisterten die zahlreichen Zuschauer. Diese entstanden im Vorfeld durch das Projekt „Römische Mode nähen“, die Finanzierung erfolgte durch Kostümpaten. Die dritte Modenschau fiel aufgrund des schlechten Wetters aus. Die Veranstaltung musste wegen starkem Unwetter bereits nach der Hälfte der Zeit abgebrochen werden. Beachtlich, dass um diese Zeit bereits gut 800 Besucher anwesend waren – so viele, wie die Veranstaltung im letzten Jahr bei durchweg schönem Wetter zählte.

Tag des offenen Denkmals 2010

Reisen, Handel und Verkehr - Kultur in Bewegung vor 2000 Jahren

Römisches Kaiserwetter lockte rund 800 Besucher am 12. September 2010 auf das Gelände des Römischen Forum Waldgirmes. Das diesjährige Thema des Tag des offenen Denkmals „Reisen, Handel und Verkehr – Kultur in Bewegung“ war für die Ausgrabungsstätte und den Förderverein Römisches Forum Waldgirmes sehr geeignet, um die historischen Hintergründe der römischen Stadtgründung aufzugreifen und antike wirtschaftliche Zusammenhänge darzustellen. Regelmäßig wurden von den Grabungsexperten Dr. Gabriele Rasbach und Dr. Armin Becker in kurzen und gut besuchten Vorträgen die mögliche strategische Bedeutung der römischen Stadt im antiken Waldgirmes erläutert. Ergänzt wurde dies durch eine Sonderausstellung, in der eine römische Transportamphore, ein römisches Modellkriegsschiff und einem eigens für die Veranstaltung gebauter Modell-Lastprahm gezeigt wurde. Eine authentische Legionärsausrüstung sowie zum Thema passende Informationstafeln rundeten die Ausstellung ab. Zwischen 10 und 17 Uhr konnten die Besucher auf dem marktplatzähnlich gestalteten Gelände vielfältige Informationen sammeln. Insbesondere die Vorführungen der Römergruppe Cohors IIII Vindelicorum aus Großkrotzenburg begeisterten die Besucher. Sie erlebten die Herstellung von Puls – einem einfachen Getreidefladen als Grundnahrungsmittel der Legionäre – und Vorführungen an einem Pfeilgeschütz. Neben dem Verkauf von handgefertigtem keltischem Schmuck des Replikaten-Künstlers Neidhardt durften die Besucher in die Kunst der keltischen Brettchenweberei bei Frau Kraushaar-Hofmann aus Gießen Einblick nehmen. Der Verein Archäologie im Gleiberger Land e.V. ergänzte die keltische Ausstellung mit Funden und Informationen zu den Grabungen auf dem Dünsberg. Auch für Kinder wurde einiges geboten. Sie gestalteten kleine Mosaik-Bilder und Schmuck, bemalten Schilde oder wurden römisch frisiert. Eine besondere Herausforderung war das anfertigen eines Stück Kettenhemd unter fachkundiger Anleitung. Kulinarisch wurden die Gäste mit Lukanischen Würstchen und Römerfladen und weiteren römischen Köstlichkeiten verwöhnt.
Das römische Volk des Fördervereins
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Römertag & Tag des offenen Denkmals

Am Tag des offenen Denkmals 10.09.2017 um 15.00 Uhr findet eine kostenlose Führung statt.

Römer, Germanen und Gladiatoren auf dem Römertag am 02.07.2017 in Waldgirmes

Wir danken unseren Spendern und Sponsoren

Römertag begeistert Besucher im Römischen Forum Waldgirmes Von weit her hörte man schon das durchdringende Cornu, das zu Beginn des Römertages zu einer Pompa - einem römischen Festzug aufrief. Und so versammelten  sich nach den Grußworten des ersten Vorsitzenden des Fördervereins Römisches Forum Waldgirmes, Wilfried Paeschke, der die Bundestagsabgeordnete Dagmar  Schmidt willkommen hieß, die Akteure des Römertages am Forum. Allen voran der Praefectus Castrorum mit blumenstreuenden römische Kinder, dahinter  marschierten Legionäre, Auxilliarsoldaten, Germanen, Gladiatoren sowie ziviles Fußvolk gemeinsam durch das Gelände. Die Besucher hatten sichtlich Spaß an  dem kleinen Umzug, der musikalisch von Hagen Pätzold auf seinem Cornu, dem römischen Signalhorn begleitet wurde. Dieser lud später in sein Zelt ein und informierte die Besucher über das antike Instrument und Spielweisen der römischen Musikkultur. Vor allem aber war das  Cornu Signalgeber im römischen Militär, und so demonstrierte er den Besuchern musikalisch einige Beispiele auf dem Naturton-Instrument. Zwischendurch  verließ er sein Zelt und begleitete die kämpfenden Gladiatorengruppe Ludus Gorgonis. Schnell bildete sich um die Kämpfer herum eine Menschentraube, um dieses spektakuläre Schauspiel aus gebührendem Abstand zu bewundern. Natürlich gingen die Gladiatoren unverletzt aus diesen Schaukämpfen hervor, schließlich waren sie geübt und gut geschützt. An anderer Stelle durfte man mit der Warjaz-Germanengruppe selbstgebaute Spiele ausprobieren. Kunstvolle Schnitzereien zu Spielsachen und Alltagsgegenstände hatten sie in ihrem Zelt ausgestellt und die Akteure informierten die Besucher zum germanischen Leben vor 2.000 Jahren. Denn Römer und Germanen sollen im antiken Waldgirmes vor 2.000 Jahren Handel betrieben haben. Dass Römer und Germanen friedlich miteinander umgehen konnten, zeigte auch die Zugmantel Kohorte. Militärisch und zivil präsentieren sie ihr prachtvolles Lager und beantworteten die zahlreichen Fragen der Besucher. Unweit davon hatte die Waldgirmeser Legionärsgruppe Legio Prima Germanica gemeinsam mit der Vindeliker Kohorte ihr Lager mit Zelten, Kochstellen und dem geschmückten Bereich des Praefectus Castrorum, der als dritthöchster Offizier der römischen Legion besondere Rechte genoss und die Legion im Lager anführte, aufgeschlagen. Die Legionäre fanden kaum Zeit für militärische Vorführungen, da der Besucheransturm so groß war, dass sie den ganzen Tag Fragen beantworteten und Kinder Kettenhemden anprobieren ließen. Besonders Kinder hatten an diesem Römertag viel Spaß, denn sie durften Bogenschießen üben und beim Kinderprogramm der RöMinis basteln und spielen, während sich die Erwachsenen an den Ständen des Vereins Archäologie im Gleiberger Land, des Geschichtsvereins Limeshain und im Zelt des Veranstalters Förderverein Römisches Forum Waldgirmes über Funde und historische Hintergründe informieren konnten. Praktische Vorführungen der antiken Handwerkskunst, wie Brettchenweben oder Handspinnen sowie das Anprobieren von römischer Kleidung ergänzten die sehenswerten Ausstellungen. Insgesamt freuten sich 2.000 Besucher aus ganz Hessen und darüber hinaus über diese Reise in die antike Geschichte. Der Förderverein Römisches Forum Waldgirmes und die Aussteller zeigten sich sehr zufrieden über das gute Gelingen des Römertages und auch der Vorsitzende ist sich sicher, dass dieser Tag die historische Bedeutung von Waldgirmes den Menschen wieder einmal näher gebracht hat.